Vereinsgeschichte des Mandolinen Clubs e.V. Falkenstein im Taunus
für eine chronologische Aufstellung der Vereinsaktivitäten der letzten 50 Jahre klicken Sie bitte
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In den Jahren nach dem Ende des 1. Weltkrieges nahmen auch die Vereine
in den Städten und Dörfern ihre aktive Tätigkeit wieder
auf. Neues Interesse an der Kultur erwachte. Junge Leute suchten Ihrer
Freizeit einen neuen, besseren Sinn zu geben. An Samstagen wurde
natürlich noch voll gearbeitet. An Sonn- und Feiertagen fanden
sich aber Freunde und Bekannte immer öfter in Jugend- und
Wandervereinen zusammen. Gemeinsam wollten sie in der Natur die
Geselligkeit, oft verbunden mit Musik und Gesang, genießen.
So griffen 1924 in Falkenstein die ersten jungen Frauen und Männer die Idee auf, einen Musik-
und Wanderverein ins Leben zu rufen. Am 25. Januar 1925 traf man sich
zur formellen Gründung des Mandolinen-Club Falkenstein. Der Zweck
des Vereins sollte sein, die Volksmusik, insbesondere das Spiel von
Mandoline und Gitarre, zu pflegen und die Geselligkeit und das Wandern
in der heimatlichen Umgebung zu fördern.
Für diese
Ziele konnten die jungen Mandolinenfreunde offenbar auch andere
begeistern, denn bereits am Ende des Gründungsjahres hatte der
Verein über 40 Mitglieder, davon 14 aktive. Gemeinsames Musizieren
und Wandern, Theateraufführungen und Fahrten, Feste und
Fastnachtsveranstaltungen füllten die folgenden Jahre aus. Durch
finanzielle Unterstützung des Vereins wurde in den Jahren 1927/28
die Errichtung einer Gedenkstätte für die Gefallenen des
Weltkrieges angeregt. Da die Gemeindeverwaltung und die anderen
Ortsvereine den Plan aufnahmen, konnte 1932 das Ehrenmal am oberen Ende
der damaligen Hauptstraße fertiggestellt werden. Unter
Führung des Heimatvereins Falkenstein wurde es in den Jahren 2008
und 2009 aufwändig restauriert.
Die freie
Entfaltung jeglicher Eigeninitiative kam in der Zeit der
nationalsozialistischen Herrschaft und des 2. Weltkrieges
zwangsläufig zum Erliegen. Erst 1949 fanden sich einige Mitglieder
zu einem Neuanfang zusammen.
1951 wurde mit
der Ausbildung der ersten Jugendgruppe begonnen, der weitere folgen
sollten. Mit steigendem musikalischem Niveau stellten sich die ersten
Erfolge bei Wettstreiten ein, die Mut auch für schwierigere
Aufgaben machten.
Zu seinem 40.
Jubiläum veranstaltete der Mandolinen-Club Falkenstein 1965 seinen
ersten internationalen Musikwettstreit mit 16 teilnehmenden Orchestern.
Selbst wurde das Falkensteiner Orchester wiederholt zu Rundfunk- und
Fernsehaufnahmen eingeladen. Unter der Leitung des damaligen Dirigenten
Georg Svatek wurden zwei Langspielplatten eingespielt, die das
technisch wie musikalisch beachtliche Leistungsvermögen
dokumentierten. Zahlreiche Konzerte sowie erfolgreiche Besuche weiterer
Wettstreite brachten dem Verein wachsende Bekanntheit und steigende
Mitgliederzahlen.
Eine Fahrt des
Mandolinen-Clubs zu einem internationalen musikalischen Wettstreit in
die Normandie führte das Orchester 1966 nach Le Mêle. Dort
wurden erste Kontakte mit der Bevölkerung dieses Ortes
geknüpft, die sich als Grundlage für die besondere
Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden erweisen sollten. Schon im
folgenden Jahr wurde die Partnerschaft zwischen Le Mêle und
Falkenstein offiziell besiegelt. Der Mandolinen-Club begleitet seitdem
aktiv die von den Partnervereinen gepflegte Freundschaft. Reisen mit
Konzerten in Le Mêle und Umgebung fanden 1974, 1987 und 1996
statt.
Besuche weiterer
Wettstreite und zum Teil ausgedehnte Konzertreisen schließen sich
an. Besondere Plätze nehmen dabei Reisen an die Cote d'Azur 1983,
1985 und 1997 mit Konzerten in Le Lavandou, Le Cannet und Umgebung ein.
Erwähnenswert sind ebenso Reisen nach Italien 1988, 1990 und 1994
mit Konzerten in Camerino, Porto Recanati, Tolentino und 1990, auf
Einladung zu den Festwochen zum 100. Geburtstag von Benjamino Gigli, in
Recanati.
Dazwischen
liegen Rundfunk- und Fernsehauftritte und die Aufnahme einer CD im
Jahre 1995 unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Hauck. Weitere
internationale Mandolinenwettstreite wurden in den Jahren 1976, 1985
und 2000 ausgerichtet.
Anfang 2002
übernahm der 1949 in Australien geborene Keith Harris die
musikalische Leitung des Mandolinen-Clubs Falkenstein. Er war nach
Studium und Karriere als international gefeierter Mandolinensolist
Landesmusikleiter des Bunds Deutscher Zupfmusiker in Hessen und hat als
Dozent für Mandoline an der Heidelberger Musikhochschule gelehrt.
Unter seinem Dirigat erfolgten 2003/04 die Aufnahme der CD „Da
Capo“ sowie Konzertreisen nach Polen (2005) und Frankreich
(2007). Auch nach seinem Abschied vom Mandolinen-Club Falkenstein Ende
2009 ist Harris weltweit als Gastdirigent und Kursleiter begehrt.
Seit Februar 2010 leitet die Mandolinistin und Dirigentin Natalia Strathmann-Alencova das Orchester.
In der
musikalischen Arbeit des Mandolinen-Clubs Falkenstein hat über
Jahrzehnte die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im Mandolinen-
und Gitarrenspiel einen wichtigen Platz eingenommen. Leider ist es
zunehmend schwieriger geworden, den Nachwuchs an die Instrumente
heranzuführen und eine nachhaltige Bindung zwischen Lehrern und
Schülern aufzubauen. Gemeinsam mit Frau Strathmann-Alencova bietet
der Mandolinen-Club weiter neuen Schülerinnen und Schülern
qualifizierten Instrumentalunterricht an.
Seit 2007 hat
das bereits früher populäre Oktoberfest des Mandolinen-Clubs
wieder seinen festen Platz im Falkensteiner Veranstaltungskalender
gefunden. Es ist ein Beispiel für das vielseitige Angebot des
Vereins an seine Mitglieder und Freunde.
Das Orchester
besteht zurzeit aus über 20 Spielerinnen und Spielern. Der
Mandolinen-Club wird von mehr als 180 Mitgliedern unterstützt.